Seite auswählen

Mit „Unseren Lieblingsliedern“ sorgte die Sängerlust Hohenmemmingen für einen anspruchsvollen und begeisternden Konzertabend

Einen großartigen Abend des Chorgesangs erlebten die rund 400 Besucher am Samstagabend in der Gemeindehalle Hohenmemmingen. Chorleiter Christian Zenker hatte für seine Chöre der Sängerlust das Motto „Unsere Lieblingslieder“ ausgegeben, und alles, was die Sängerinnen und Sänger immer schon mal singen wollten, landete im Wunschkorb. Da steht dann auch mal „Engel“ von Rammstein auf dem Wunschzettel, und auch solche für Chöre eher unübliche Literatur wurde umgesetzt. Und wie es umgesetzt wurde: Allein im Taschenlampenschein sang der Chor Sing und Swing den bekannten Song der Neuen-Deutschen-Härte-Gruppe und Chorversion und Illumination gab dem Lied einen völlig neuen Charakter. Die Zuhörer waren begeistert. Noch mehr Applaus gab es für die A-Cappella-Version von John Miles’ Klassiker „Music“ – wie viel Probenarbeit in diesem ausgetüftelten Arrangement stecken mag, konnten die Zuhörer nur erahnen und anerkennende Begeisterung macht sich breit. Bei „Noroots“ von Alice Merton ging richtig die Post ab und einen Ausflug in Hip Hop wagte der Chor mit „Haus am See“. „Hallelujah“ von Leonard Cohen und „Wunder geschehn“ von Nena rundeten den insgesamt furiosen Vortrag ab, der schließlich mit „Happy“ von Pharell Williams endete. Exakt das waren die Zuhörer auch: „Happy“ durch die überzeugende und anspruchsvolle Darbietung, die zeigte, wie modern sich Chorgesang präsentieren kann.
Eröffnet hatte den Abend der Kinderchor unter der Leitung von Sabine Seidl, die mit ihrem frischen und voller Bewegung steckenden Vortrag ordentlich Stimmung in den Saal brachten. Auch sie hatten Lieblingslieder ausgewählt und gingen mit „99 Luftballons“, „Millionen Lichter“, „Feuerwerk“ und „Astronaut“ moderne Wege. Zum Schluss hatten sie noch eine rasante musikalische Bobfahrt parat, die die Zuhörer förmlich von Links- in Rechtskurve mitriss.
Auch der Traditionschor der Sängerlust leistete seinen Beitrag für die Lieblingslieder: „An der schönen blauen Donau“ hatten sie ausgewählt genauso wie „Freude, schöner Götterfunken“ und die beiden Udo-Jürgens-Hits „Lieder“ und „Ich glaube“. Unter der Leitung von Christian Zenker sorgten sie damit für den ruhigeren, aber nicht minder gefälligen Teil des Konzerts. Mit „Welch ein Geschenk ist ein Lied“ trafen sie den Nagel auf den Kopf: Das Publikum fühlte sich reich beschenkt an diesem Abend und war des Lobes voll.